Geburtsdatum von 1. Jänner auf 1. Juli geändert – Pension um ein Jahr verschoben

Geburtsdatum von 1. Jänner auf 1. Juli geändert – Pension um ein Jahr verschoben

Eine Frau, die 1979 aus Izmir nach Österreich kam, erhielt nach fast einem halben Jahrhundert in Österreich im vergangenen Monat ein offizielles Schreiben, das ihren Pensionsantritt bestätigte. Kurz darauf erhielt sie jedoch eine neue Verständigung von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), in der ihr mitgeteilt wurde, dass sich ihr Pensionsbeginn um ein weiteres Jahr nach hinten verschiebt. 

Die Frau, die 2008 die österreichische Staatsbürgerschaft erhielt, war – abgesehen von den Zeiten der Betreuung ihrer vier Kinder – durchgehend berufstätig. Ihr Pensionsverfahren wurde abgeschlossen und die entsprechenden offiziellen Unterlagen wurden ihr zugestellt. Mit der zuletzt übermittelten Verständigung stellte sich jedoch heraus, dass in ihrer Akte ein anderes Geburtsdatum zugrunde gelegt wurde. 

Aus den Unterlagen geht hervor, dass das Geburtsdatum der Frau vom 1. Jänner auf den 1. Juli geändert wurde. Als Begründung für solche Abweichungen bei Geburtsdaten führt die PVA an, dass bei Angehörigen der ersten Generation türkischstämmiger Zuwanderer in der Vergangenheit häufig der 1. Jänner als Geburtsdatum eingetragen wurde. 

Besonders auffällig ist in diesem Fall jedoch, dass die Frau über offizielle Dokumente verfügt, die ihr Geburtsdatum ausweisen – darunter Führerschein, Reisepass und österreichischer Personalausweis. Zudem besitzt sie die österreichische Staatsbürgerschaft, und ihr Geburtsdatum ist in den österreichischen amtlichen Identitätsdokumenten einheitlich angegeben. 

Warum die PVA in diesem Fall ein anderes Geburtsdatum zugrunde gelegt hat und auf welches Dokument diese Änderung gestützt wurde, ist bislang nicht geklärt. 

Noch auffälliger ist, dass die Änderung des Geburtsdatums nicht lediglich eine Korrektur in den Unterlagen darstellt. Durch die Festlegung des 1. Juli anstelle des 1. Jänner verschiebt sich der Beginn der Pension der Frau um ein Jahr nach hinten. 

Eine weitere offene Frage ist, warum das Geburtsdatum nicht auf ein früheres, sondern auf ein späteres Datum geändert wurde. Denn die Verlegung des Geburtsdatums auf einen späteren Zeitpunkt bedeutet nicht nur eine Änderung in den Unterlagen. Sie führt zugleich dazu, dass sich auch das Pensionsalter und der Beginn der Pension nach hinten verschieben. 

Der Redaktion von Der Virgül liegen Dokumente vor, aus denen beide in der Akte verwendeten Geburtsdaten hervorgehen. Nun wird erwartet, dass die PVA die Änderung des Geburtsdatums korrigiert und erklärt, aus welchem Grund diese Änderung vorgenommen wurde. 

Dieser Bericht ist erst der Anfang. Der Virgül wird den Fall anhand der vorliegenden Dokumente und weiterer eingehender Fälle weiterverfolgen und das Thema gegebenenfalls auch in den österreichischen Medien zur Sprache bringen. | © Der Virgül 

Yayınlama: 24.09.2026
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