Geschäfte in der Favoritenstraße: „Schlimmer als während Corona“
Die seit Monaten laufenden Bau- und Sanierungsarbeiten auf der Favoritenstraße, einer der wichtigsten Geschäftsstraßen im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten, setzen die ansässigen Geschäftsleute zunehmend unter Druck. Nach Angaben einiger Unternehmer sind die Umsätze teilweise um bis zu 70 Prozent zurückgegangen.
Die Arbeiten stehen im Zusammenhang mit der Abdichtung der unter der Straße verlaufenden U1-Trasse. Diese soll vor eindringendem Regenwasser geschützt werden. Da die U1 vom Wiener Hauptbahnhof bis zum Reumannplatz über weite Strecken unter der Favoritenstraße verläuft, wirken sich die Bauarbeiten auch unmittelbar auf den Straßenbetrieb und die Geschäfte aus.
„Schlimmer als während der Corona-Zeit“
Der Virgül hat mit mehreren Geschäftsleuten entlang der Favoritenstraße gesprochen. Sie berichten, dass die wirtschaftlichen Folgen der Baustelle weitgehend von ihnen selbst getragen werden müssen.
Ein Geschäftsmann erklärte, dass die Umsätze selbst während der Schließungen in der Corona-Zeit nicht so stark zurückgegangen seien wie derzeit.
Durch die monatelangen Bauarbeiten können Fußgänger die Straße teilweise nur noch auf einem schmalen, einspurigen Weg passieren. Nach Angaben der Geschäftsleute wirkt sich dies deutlich auf die Kundenfrequenz und den Einkauf aus.
Ein Unternehmer sagte gegenüber Der Virgül: „Wenn die Bauarbeiten notwendig sind, müssen sie natürlich gemacht werden. Aber unsere Umsätze sind seit zwei Monaten um zwei Drittel zurückgegangen. Wir fragen uns, wie wir unsere Mieten bezahlen sollen. Einige Kollegen haben ihre Geschäfte bis zum Ende der Bauarbeiten geschlossen.“
Die Bauarbeiten werden abschnittsweise entlang der Favoritenstraße durchgeführt. In den kommenden Wochen und Monaten wird insbesondere im Bereich rund um den Reumannplatz mit einer weiteren Verdichtung der Arbeiten gerechnet. Damit könnte sich der wirtschaftliche Druck auf die dort ansässigen Geschäfte weiter erhöhen.| ©DerVirgül



