Präsident Erdoğan trifft DEM-Parteidelegation in Ankara

Präsident Erdoğan trifft DEM-Parteidelegation in Ankara

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat im Präsidentenpalast in Ankara eine Delegation der pro-kurdischen DEM Parti empfangen. Im Mittelpunkt des rund 100-minütigen Gesprächs standen die weiteren Schritte im sogenannten Prozess für eine „terrorfreie Türkei“ sowie das neue Rahmengesetz zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. 

In Ankara fand am Donnerstag ein politisch bedeutendes Treffen statt. Präsident Recep Tayyip Erdoğan empfing die Imralı-Delegation der DEM Parti im Präsidentenpalast Beştepe. 

An dem um 16 Uhr begonnenen Gespräch nahmen die DEM-Parteipolitiker Pervin Buldan und Mithat Sancar teil. Auf Regierungsseite waren unter anderem der stellvertretende AKP-Vorsitzende Efkan Ala und der Chef des türkischen Geheimdienstes MIT, İbrahim Kalın, anwesend. 

Das Treffen fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und dauerte eine Stunde und 40 Minuten. 

Rahmengesetz im Mittelpunkt 

Nach Angaben der DEM-Partei stand das sogenannte „Rahmengesetz“ für den Prozess einer „terrorfreien Türkei“ im Mittelpunkt der Gespräche. Dabei ging es auch um die weiteren politischen und rechtlichen Schritte. 

Das Gesetz trägt offiziell den Namen „Gesetz zur Stärkung der nationalen Solidarität und der gesellschaftlichen Integration“ und wurde zuvor mit einer außergewöhnlich großen Mehrheit von 467 Stimmen im türkischen Parlament verabschiedet. 

Nach Angaben der DEM-Delegation wurde bei dem Treffen die Bedeutung des bisherigen Verlaufs des Prozesses erörtert und über die nächsten Schritte beraten. 

DEM: Gemeinsamer Wille zur Fortsetzung des Prozesses 

In einer schriftlichen Erklärung nach dem Treffen teilten Pervin Buldan und Mithat Sancar mit, dass sie mit Präsident Erdoğan und seiner Delegation ein „konstruktives und produktives Gespräch“ geführt hätten. 

Dabei sei erneut der gemeinsame Wille bestätigt worden, den „Friedens- und demokratischen Gesellschaftsprozess“ entschlossen fortzusetzen. 

Die DEM-Delegation betonte, dass mit dem neuen Gesetz eine wichtige Grundlage für eine Stärkung der Demokratie und des politischen Raums geschaffen worden sei. 

In der Erklärung heißt es außerdem, dass die Arbeiten für einen weiteren Fortschritt des Prozesses in Richtung Frieden und Demokratie fortgesetzt werden sollen. 

Die Delegation dankte zugleich allen politischen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen, die den Prozess bislang mit Unterstützung, Vorschlägen, Warnungen und Kritik begleitet hätten. 

Buldan: „Ich hoffe, dass wir schnell zu einem Ergebnis kommen“ 

Vor dem Treffen hatte Pervin Buldan gegenüber Journalisten erklärt, die Zusammenkunft sei „wichtig und wertvoll“. 

Man werde insbesondere die Entwicklungen nach der Verabschiedung des Gesetzes im Parlament sowie die weiteren Erwartungen und notwendigen Schritte besprechen. 

Buldan betonte, dass der Prozess nicht unnötig verzögert oder beschädigt werden dürfe. Sie äußerte die Hoffnung, „so schnell wie möglich zu einem Ergebnis zu kommen“. 

Sancar: „Wir brauchen eine rechtliche Grundlage“ 

Mithat Sancar verwies hingegen auf die Schwierigkeit und Langwierigkeit eines Friedensprozesses. 

„Um diesen Weg solide zu gehen, brauchen wir das Recht“, sagte Sancar. 

Das mit einer historischen Mehrheit verabschiedete Gesetz sei ein erster wichtiger Baustein der Hoffnung auf Frieden. Nun müsse es umgesetzt werden. 

Sancar betonte zudem, dass die im Gesetz vorgesehenen institutionellen Strukturen schnell eingerichtet und funktionsfähig gemacht werden müssten. 

Letztes Treffen im Februar 

Erdoğan und die Imralı-Delegation waren zuletzt am 11. Februar 2026 zusammengekommen. 

Nach diesem Treffen hatte die DEM-Delegation erklärt, dass der gemeinsame Wille zur Fortsetzung des Prozesses für eine „terrorfreie Türkei“ bestätigt worden sei. 

Zugleich hatte sie betont, dass gesetzliche Regelungen zu Demokratisierung und Grundfreiheiten ohne Verzögerung und mit möglichst breitem politischen Konsens verabschiedet werden sollten. 

Das jetzige Treffen in Beştepe ist das erste direkte Gespräch zwischen Erdoğan und der DEM-Delegation seit der Verabschiedung des neuen Rahmengesetzes im türkischen Parlament. | ©DerVirgül

Yayınlama: 13.08.2026
Düzenleme: 13.08.2026
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